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Zitate

Zitate über Frieden

Was Menschen über Frieden gesagt und geschrieben haben, die ihn verhandelt, erstritten und vorgelebt haben. Jedes Wort mit Fundstelle

Das Wichtigste in Kürze

  • Alle Zitate auf dieser Seite stammen aus den Porträts der Reihe „Menschen“ und sind dort mit ihrer Quelle belegt.
  • Die meisten stammen aus Nobelvorlesungen, also aus Reden, die Preisträgerinnen und Preisträger in Oslo gehalten haben.
  • Wo ein Zitat im Original englisch ist, steht eine eigene Übersetzung; der Hinweis darunter sagt es jeweils dazu.
  • Unter jedem Zitat führt ein Link zur Fundstelle und einer zum Porträt der Person.

Viele Sprüche über Frieden, die im Netz kursieren, haben keine nachprüfbare Quelle oder werden der falschen Person zugeschrieben. Diese Sammlung nimmt nur auf, was sich belegen lässt: eine Rede, einen Brief, einen Artikel mit Datum. Geordnet ist sie nach Personen, in der Reihenfolge der Porträts.

Die Zitate nach Personen

Henry Dunant

8. Mai 1828 bis 30. Oktober 1910

Die Kernfrage aus „Un Souvenir de Solférino“ von 1862; eigene Übersetzung der englischen Fassung in der Dunant-Biografie des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz.

Wäre es nicht möglich, in Zeiten des Friedens und der Ruhe Hilfsgesellschaften zu gründen, deren Zweck es wäre, die Verwundeten in Kriegszeiten durch eifrige, hingebungsvolle und gründlich geschulte Freiwillige pflegen zu lassen?
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Aus einem Brief an Gustave Moynier vom 29. Mai 1864, in dem er seinen Rückzug ankündigte; eigene Übersetzung der englischen Fassung des Komitees.

Das Werk ist in Gang gesetzt; ich bin nur ein Werkzeug in der Hand Gottes gewesen; nun ist es an anderen, die dazu besser befähigt sind als ich, das Unternehmen voranzubringen.
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Bertha von Suttner

9. Juni 1843 bis 21. Juni 1914

Aus ihrem Nobelvortrag vom 18. April 1906 in Kristiania, auf Deutsch gehalten; eigene Übersetzung der englischen Fassung der Nobelstiftung.

Die Frage, ob zwischen den Staaten Gewalt oder Recht herrschen soll, ist das wichtigste der Probleme unserer ereignisreichen Zeit und das folgenschwerste.
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Ebenfalls aus dem Nobelvortrag von 1906; eigene Übersetzung der englischen Fassung der Nobelstiftung.

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Zukunft notwendig die Richtung der Vergangenheit und der Gegenwart fortsetzen muss.
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Mahatma Gandhi

2. Oktober 1869 bis 30. Januar 1948

Aus seiner Wochenzeitung „Harijan“ vom 20. Juli 1935, nachgewiesen in der Sammlung „The Mind of Mahatma Gandhi“, eigene Übersetzung.

Gewaltlosigkeit ist die größte Kraft, die der Menschheit zur Verfügung steht. Sie ist mächtiger als die mächtigste Vernichtungswaffe, die der Erfindungsgeist des Menschen ersonnen hat.
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Aus seiner Zeitschrift „Young India“ vom 8. Oktober 1925, nachgewiesen in derselben Sammlung, eigene Übersetzung.

Ich will die Schneide des Schwertes des Tyrannen ganz stumpf machen, nicht indem ich ihm eine schärfere Waffe entgegenhalte, sondern indem ich seine Erwartung enttäusche, dass ich körperlichen Widerstand leiste.
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Albert Schweitzer

14. Januar 1875 bis 4. September 1965

Der Ausgangssatz seiner Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben, wie ihn das Deutsche Albert-Schweitzer-Zentrum wiedergibt.

Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.
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Seine Bestimmung von Gut und Böse aus der Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben, zitiert vom Deutschen Albert-Schweitzer-Zentrum.

Gut ist, Leben erhalten und Leben fördern, böse ist, Leben vernichten und Leben hemmen.
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Gustav Stresemann

10. Mai 1878 bis 3. Oktober 1929

Aus seiner Nobelvorlesung „Das neue Deutschland“, gehalten am 29. Juni 1927 in Oslo.

Die Politik von Locarno ist unvereinbar mit der Politik des Misstrauens, der Gewalt, der Unterdrückung. Sie ist die Politik der Verständigung und des freien Willens.
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Aus derselben Nobelvorlesung; Willy Brandt zitierte diesen Satz 1971 in seiner eigenen Nobelvorlesung.

Für mich ist Locarno viel mehr. Es ist einmal der Zustand des dauernden Friedens am Rhein, gewährleistet durch feierlichen Verzicht der beiden grossen Nachbarnationen auf Anwendung von Gewalt, gewährleistet durch die Verpflichtung anderer Staaten, demjenigen ihre Macht zu leihen, der entgegen dieser feierlichen Vereinbarung Opfer der Gewalt wird.
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Carl von Ossietzky

3. Oktober 1889 bis 4. Mai 1938

Geschrieben 1921, zitiert von Willy Brandt in seiner Nobelvorlesung am 11. Dezember 1971 in Oslo.

Es haben viele Nationen miteinander gekämpft, aber geflossen ist nur einerlei Blut: das Blut der Bürger Europas.
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Aus seinem Abschiedsartikel „Rechenschaft“ in der „Weltbühne“ vom 10. Mai 1932, dem Tag seines Haftantritts.

… ich gehe nicht aus Gründen der Loyalität ins Gefängnis, sondern weil ich als Eingesperrter am unbequemsten bin.
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Aus demselben Artikel „Rechenschaft“, mit dem er begründete, warum er nicht ins Ausland floh.

Der Oppositionelle, der über die Grenze gegangen ist, spricht bald hohl ins Land herein.
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Willy Brandt

18. Dezember 1913 bis 8. Oktober 1992

Aus seiner Nobelvorlesung „Friedenspolitik in unserer Zeit“ in Oslo am 11. Dezember 1971.

Der Krieg darf kein Mittel der Politik sein. Es geht darum, Kriege abzuschaffen, nicht nur, sie zu begrenzen.
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Aus derselben Nobelvorlesung, in der er Friedenspolitik als „wahre Realpolitik dieser Epoche“ bezeichnete.

Krieg ist nicht mehr die ultima ratio, sondern die ultima irratio.
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Ebenfalls aus der Nobelvorlesung vom 11. Dezember 1971.

Friedenspolitik ist eine nüchterne Arbeit.
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Nelson Mandela

18. Juli 1918 bis 5. Dezember 2013

Aus seiner Rede von der Anklagebank im Rivonia-Prozess am 20. April 1964, eigene Übersetzung.

Ich habe gegen weiße Vorherrschaft gekämpft, und ich habe gegen schwarze Vorherrschaft gekämpft. Ich habe das Ideal einer demokratischen und freien Gesellschaft gehegt, in der alle Menschen in Harmonie und mit gleichen Chancen zusammenleben.
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Aus seiner Nobelvorlesung im Rathaus von Oslo am 10. Dezember 1993, eigene Übersetzung.

Möge niemals von künftigen Generationen gesagt werden, dass Gleichgültigkeit, Zynismus oder Selbstsucht uns daran gehindert haben, den Idealen des Humanismus gerecht zu werden, für die der Friedensnobelpreis steht.
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Ebenfalls aus der Nobelvorlesung vom 10. Dezember 1993, eigene Übersetzung.

Mögen die Bemühungen von uns allen beweisen, dass Martin Luther King Jr. recht hatte, als er sagte, dass die Menschheit nicht länger tragisch an die sternenlose Mitternacht von Rassismus und Krieg gebunden sein kann.
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Jimmy Carter

1. Oktober 1924 bis 29. Dezember 2024

Aus seiner Nobelvorlesung am 10. Dezember 2002 in Oslo, eigene Übersetzung.

Krieg mag manchmal ein notwendiges Übel sein. Aber wie notwendig er auch ist, er ist immer ein Übel, niemals etwas Gutes. Wir werden nicht lernen, in Frieden zusammenzuleben, indem wir einander die Kinder töten.
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Ebenfalls aus der Nobelvorlesung vom 10. Dezember 2002 in Oslo, eigene Übersetzung.

Das Band unserer gemeinsamen Menschlichkeit ist stärker als das Trennende unserer Ängste und Vorurteile.
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Martin Luther King

15. Januar 1929 bis 4. April 1968

Aus seiner Dankesrede zum Friedensnobelpreis in der Universität Oslo am 10. Dezember 1964, eigene Übersetzung.

Ich glaube, dass die unbewaffnete Wahrheit und die bedingungslose Liebe in der Wirklichkeit das letzte Wort haben werden.
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Aus seiner Nobelvorlesung in Oslo am 11. Dezember 1964, eigene Übersetzung.

Wir wählen das Mittel der Gewaltlosigkeit, weil unser Ziel eine Gemeinschaft ist, die mit sich selbst in Frieden lebt.
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Ebenfalls aus der Nobelvorlesung vom 11. Dezember 1964, eigene Übersetzung.

Ich bin weiterhin überzeugt, dass Gewaltlosigkeit der praktisch vernünftigste und moralisch beste Weg ist, das uralte Problem der Rassenungerechtigkeit anzugehen.
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Kofi Annan

8. April 1938 bis 18. August 2018

Aus seiner Nobelvorlesung am 10. Dezember 2001 in Oslo, eigene Übersetzung.

Die wirklichen Grenzen verlaufen heute nicht zwischen Nationen, sondern zwischen Mächtigen und Machtlosen, Freien und Gefesselten, Privilegierten und Gedemütigten.
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Ebenfalls aus der Nobelvorlesung vom 10. Dezember 2001 in Oslo, eigene Übersetzung.

Die Souveränität von Staaten darf nicht länger als Schutzschild für schwere Menschenrechtsverletzungen dienen.
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Aus seinem Bericht als Generalsekretär über den Fall von Srebrenica an die Generalversammlung vom 15. November 1999, eigene Übersetzung.

Die Tragödie von Srebrenica wird unsere Geschichte für immer verfolgen.
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Häufige Fragen zu Zitaten über Frieden

Woher stammen die Zitate auf dieser Seite?

Aus Reden, Briefen und Artikeln der Menschen, die in der Reihe „Menschen“ porträtiert sind. Die meisten stammen aus Nobelvorlesungen, die die Nobelstiftung im Wortlaut veröffentlicht, etwa von Bertha von Suttner 1906, Willy Brandt 1971 oder Kofi Annan 2001. Unter jedem Zitat steht der Anlass mit Datum und ein Link zur Fundstelle.

Was ist ein kurzes Zitat über Frieden?

Sehr knapp ist Willy Brandts Satz aus seiner Nobelvorlesung von 1971: „Friedenspolitik ist eine nüchterne Arbeit.“ Ebenso kurz ist der Ausgangssatz von Albert Schweitzers Ethik: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ Beide stehen mit Fundstelle weiter oben auf dieser Seite.

Warum fehlen bekannte Sprüche über Frieden?

Weil sich für viele keine verlässliche Quelle findet. Sätze, die im Netz einer bekannten Person zugeschrieben werden, lassen sich oft weder in ihren Reden noch in ihren Schriften nachweisen. Diese Seite nimmt ein Zitat erst auf, wenn eine Fundstelle mit Datum vorliegt. Wer einen Spruch weitergeben will, prüft am besten zuerst, wo er herkommt.

Wie zitiere ich ein Zitat über Frieden richtig?

Mit Namen, Anlass und Datum, also etwa „Willy Brandt, Nobelvorlesung, Oslo, 11. Dezember 1971“. Ist das Original in einer anderen Sprache, gehört der Hinweis auf die Übersetzung dazu. Den Wortlaut übernimmst du unverändert; Auslassungen zeigst du mit drei Punkten in Klammern an.

Vom Zitat zur eigenen Mission

Keiner dieser Sätze ist am Schreibtisch geblieben. Hinter jedem steht eine Person, die gehandelt hat. Wenn dich ein Satz hier anspricht, kann daraus ein erster Schritt werden: eine Friedensmission in deiner Nachbarschaft, deiner Schule oder deinem Verein.

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