Weltkarte des Friedens
Wie friedlich sind die Länder der Welt?
Frieden lässt sich nicht nur beschreiben, sondern auch vergleichen. Diese Reihe ordnet Staaten nach dem, was sie friedlich macht, und nennt bei jeder Zahl, woher sie kommt
Das Wichtigste in Kürze
- Die friedlichste Region der Welt ist nach dem Global Peace Index 2026 West- und Mitteleuropa, die am wenigsten friedliche der Nahe Osten und Nordafrika.
- Im vergangenen Jahr wurden 99 Staaten weniger friedlich und 62 friedlicher. Seit 2008 hat sich der Frieden weltweit verschlechtert.
- Gewalt kostete die Weltwirtschaft 2025 rund 21,8 Billionen US-Dollar, das sind 10,5 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.
- 21 Staaten kommen ohne eigene Armee aus, vier gelten als dauernd neutral. Beides beruht auf Verfassungen, Verträgen oder Erklärungen.
2008
- Staaten mit einem Konflikt außerhalb der eigenen Grenzen in fünf Jahren
- 59
- Staaten mit 1.000 oder mehr Konflikttoten in einem Jahr
- 8
- Tote durch innere Konflikte in einem Jahr
- rund 29.000
- Ausgaben für Friedensförderung und Friedensmissionen
- 37,3 Milliarden US-Dollar
Ausgabe 2026
- Staaten mit einem Konflikt außerhalb der eigenen Grenzen in fünf Jahren
- 103
- Staaten mit 1.000 oder mehr Konflikttoten in einem Jahr
- 20
- Tote durch innere Konflikte in einem Jahr
- über 181.000
- Ausgaben für Friedensförderung und Friedensmissionen
- 49,2 Milliarden US-Dollar
- Die zehn am stärksten betroffenen Länder23,4%
- Weltweit10,5%
- Die zehn am wenigsten betroffenen Länder2,2%
Die Reihe im Überblick
| Thema | Frage | Datengrundlage |
|---|---|---|
| Die sichersten Länder der Welt | Welche Länder sind am friedlichsten? | Global Peace Index 2026 |
| Länder ohne Armee | Welche Staaten kommen ohne eigene Streitkräfte aus? | Verfassungen, Verträge und Barbey 2020 |
| Neutrale Länder | Welche Staaten haben sich zur Neutralität verpflichtet? | Verträge, Verfassungen und UN-Resolutionen |
| Global Peace Index | Wie misst man, wie friedlich ein Land ist? | Global Peace Index 2026, Methodenteil |
Jede Seite dieser Reihe beantwortet eine Frage, die oft gestellt wird: welche Länder am sichersten sind, welche ohne eigene Armee auskommen, welche sich zur Neutralität verpflichtet haben und wie der bekannteste Friedensindex überhaupt rechnet. Grundlage sind Primärquellen, also der Bericht des Institute for Economics and Peace, Verfassungstexte und Gesetze. Eine Rangliste ist dabei kein Urteil über Menschen, sondern eine Momentaufnahme, die sich mit jeder Ausgabe ändert.
Die Seiten
Global Peace Index 2026
Die sichersten Länder der Welt
Island führt die Rangliste der friedlichsten Länder seit neunzehn Jahren an. Wer dahinter folgt und warum, zeigt der Global Peace Index 2026
AnsehenVerfassungen, Verträge und Barbey 2020
Länder ohne Armee
Rund zwanzig Staaten der Welt haben keine eigene Armee. Manche haben sie abgeschafft, andere nie gegründet, und jeder regelt seine Sicherheit auf eigene Weise
AnsehenVerträge, Verfassungen und UN-Resolutionen
Neutrale Länder
Neutral ist nicht gleich neutral. Manche Staaten sind es per Vertrag seit über zweihundert Jahren, andere per Verfassung, Gesetz oder schlicht als Politik
AnsehenGlobal Peace Index 2026, Methodenteil
Global Peace Index
Der Global Peace Index ordnet jedes Jahr 163 Staaten nach ihrer Friedlichkeit. Wer die Rangliste lesen will, sollte wissen, wie sie gerechnet wird
Ansehen
Wird die Welt friedlicher oder unfriedlicher?
Nach dem Global Peace Index 2026 ist die Welt im vergangenen Jahr erneut weniger friedlich geworden. Von 163 Staaten und Gebieten haben sich 99 verschlechtert und 62 verbessert. Seit der ersten Ausgabe 2008 haben 119 Staaten an Frieden verloren und 42 gewonnen, und von den 23 Messgrößen des Index sind 17 schlechter geworden.
Am deutlichsten zeigt sich das bei Konflikten. Die Zahl der Staaten, die in den vergangenen fünf Jahren an mindestens einem Konflikt außerhalb ihrer Grenzen beteiligt waren, stieg von 59 im Jahr 2008 auf 103. Die Zahl der Länder mit mindestens 1.000 Toten durch Konflikte in einem Jahr wuchs von acht auf 20. Zugleich steigen die Militärausgaben der Welt seit zehn Jahren in Folge, und 97 Staaten haben ihre Verteidigungsausgaben im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung erhöht.
Der Abstand zwischen den friedlichsten und den am wenigsten friedlichen Ländern ist dabei gewachsen. Die 25 friedlichsten Länder haben sich seit 2008 im Durchschnitt nur um 0,3 Prozent verschlechtert, die 25 am wenigsten friedlichen um 18,9 Prozent. Der Frieden ist also nicht überall gleich zurückgegangen, sondern dort besonders stark, wo er ohnehin schwach war.
Wie unterscheiden sich die Weltregionen beim Frieden?
Der Index teilt die Welt in acht Regionen ein. Am friedlichsten ist West- und Mitteleuropa, wo sieben der zehn friedlichsten Länder der Welt liegen. Am wenigsten friedlich ist die Region Naher Osten und Nordafrika. Sieben der acht Regionen haben sich im vergangenen Jahr verschlechtert.
Die einzige Region, die sich im Durchschnitt verbessert hat, ist Osteuropa und Zentralasien. Den stärksten Rückgang verzeichnete Südasien, vor allem wegen der Entwicklung in Nepal und Pakistan, auch Indien hat deutlich an Frieden verloren. Innerhalb jeder Region liegen die Länder oft weit auseinander: In Afrika südlich der Sahara steht Mauritius weltweit auf Platz 18, in Südamerika liegt das friedlichste Land, Uruguay, auf Platz 43.
Für Europa lohnt ein zweiter Blick. Die Region ist insgesamt die friedlichste, doch im Bereich Militarisierung hat sich der Trend seit 2022 umgekehrt, und ein großer Teil des jüngsten Anstiegs entfällt auf West- und Mitteleuropa. Deutschland steht in dieser Region auf Platz 19 und weltweit auf Platz 28.
Warum geht der Frieden weltweit zurück?
Der Bericht nennt bewaffnete Konflikte als wichtigste Ursache. Besonders gewachsen ist eine Form: Konflikte innerhalb eines Staates, an denen sich andere Staaten beteiligen. Sie sind seit 2010 um mehr als 175 Prozent häufiger geworden. Der Bericht beschreibt Kriege insgesamt als stärker internationalisiert und schwerer zu beenden als früher.
Das Institut ordnet diese Entwicklung in einen größeren Wandel ein, den es Great Fragmentation nennt, eine Zersplitterung der internationalen Ordnung, die Ende der 2000er-Jahre begonnen hat. Nach dem Kalten Krieg und der Zeit schneller Globalisierung nach 1990 ist das nach seiner Einschätzung die dritte große Phase der internationalen Beziehungen in den vergangenen 50 Jahren. Die Zahl der Mittelmächte hat sich seit 1991 fast verdoppelt, von neun auf 16.
Wie stark Konflikte die Bilanz prägen, zeigt eine einzelne Messgröße. Die Zahl der Toten durch innere Konflikte stieg von rund 29.000 im Jahr 2008 auf über 181.000 im vergangenen Jahr, nach einem Höchststand von mehr als 309.000 im Jahr 2023. Im Index verschlechterte sich diese Messgröße im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent, so stark wie nie zuvor in einem einzelnen Jahr.
Wie lässt sich Frieden zwischen Ländern vergleichen?
Es gibt zwei Wege, Länder beim Frieden zu vergleichen. Der erste misst: Ein Index wie der des Institute for Economics and Peace rechnet Kriminalität, Konflikte und Militarisierung in einen Wert um und ordnet die Staaten danach. Der zweite fragt nach dem rechtlichen Status, also danach, ob ein Staat auf eine Armee verzichtet oder sich zur Neutralität verpflichtet hat.
Beide Wege beantworten verschiedene Fragen. Eine Rangliste zeigt, wie viel Gewalt es in einem Land gibt und wie sich das über die Jahre entwickelt. Der rechtliche Status zeigt, welche Entscheidungen ein Staat für seinen Umgang mit Krieg und Verteidigung getroffen hat. Dass beides zusammenfallen kann, zeigt Island: Das Land hat keine eigene Armee und führt die Rangliste seit 2008 an.
Keiner der beiden Wege erfasst, was die Friedensforschung positiven Frieden nennt, also Gerechtigkeit, verlässliche Institutionen und Vertrauen in einer Gesellschaft. Die Seiten dieser Reihe nennen deshalb immer, was eine Zahl misst und was nicht, und verweisen auf die Quelle, aus der sie stammt. Für den positiven Frieden hat das Institute for Economics and Peace ein eigenes Messinstrument entwickelt, den Positive Peace Index, der unter anderem nach einer funktionierenden Regierung und dem freien Fluss von Informationen fragt.
Häufige Fragen zum Frieden weltweit
Was kostet Gewalt die Weltwirtschaft?
Nach dem Global Peace Index 2026 lagen die wirtschaftlichen Folgen von Gewalt im Jahr 2025 bei 21,8 Billionen US-Dollar, gerechnet in Kaufkraftparitäten. Das entspricht 10,5 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung oder 2.657 US-Dollar je Mensch. Gegenüber dem Vorjahr ist der Wert um 3,2 Prozent gestiegen, vor allem wegen höherer Militärausgaben.
Die Last ist ungleich verteilt. In den zehn Ländern, die am stärksten von Gewalt betroffen sind, entsprachen die Kosten im Durchschnitt 23,4 Prozent der Wirtschaftsleistung, in den zehn am wenigsten betroffenen nur 2,2 Prozent. Ausgaben für Militär und innere Sicherheit machen zusammen 73 Prozent der Summe aus.
Wie viel Geld fließt in Friedensförderung?
Für Friedensförderung und Friedensmissionen wurden 2025 weltweit 49,2 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Das ist mehr als 2008, als es 37,3 Milliarden US-Dollar waren. Im Verhältnis zu den Militärausgaben bleibt der Betrag aber klein: Er entspricht 0,5 Prozent der weltweiten Militärausgaben.
Die Militärausgaben selbst beziffert der Bericht auf 9,5 Billionen US-Dollar. Sie sind 2025 um fünf Prozent gestiegen, so stark wie in keinem Jahr seit Beginn des Index. Zu den Messgrößen gehört auch die Finanzierung von UN-Friedensmissionen, und sie hat sich im vergangenen Jahr von allen Messgrößen am stärksten verbessert.
Wie viele Menschen sind weltweit auf der Flucht?
Nach dem Global Peace Index 2026 waren im Jahr 2025 weltweit 117 Millionen Menschen gewaltsam vertrieben, also ins Ausland geflohen oder innerhalb ihres eigenen Landes vertrieben. Das ist etwa jeder 67. Mensch auf der Erde.
Der Index erfasst Geflüchtete und Binnenvertriebene als eigene Messgröße und gibt ihr das Gewicht 4 auf einer Skala bis 5, eines der höheren Gewichte im Index. Der Bericht beschreibt den Wert dieser Messgröße als weiterhin hoch. Wie viele Menschen ein Land verlassen müssen oder innerhalb seiner Grenzen ihr Zuhause verlieren, sagt viel darüber, wie sicher das Leben dort ist.
Was hat künstliche Intelligenz mit Frieden zu tun?
Die Ausgabe 2026 des Global Peace Index untersucht, wie künstliche Intelligenz Krieg und Friedensarbeit verändert. Erfasste Drohnenangriffe haben sich zwischen 2018 und 2025 um das 115-Fache vermehrt, und 565 verschiedene bewaffnete Gruppen haben in diesem Zeitraum mindestens einen solchen Angriff ausgeführt.
Der Bericht beschreibt die Sorge, dass die menschliche Kontrolle über tödliche Entscheidungen schwindet, wenn Systeme Ziele immer schneller auswählen. Zugleich fragt er, wie dieselbe Technik in der Friedensarbeit eingesetzt werden kann. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Frage, wo Menschen die Verantwortung behalten.
Wie viele Staaten gibt es auf der Welt?
Die Vereinten Nationen haben 193 Mitgliedstaaten, zuletzt kam 2011 der Südsudan hinzu. Dazu kommen zwei Beobachterstaaten, die nicht Mitglied sind: der Heilige Stuhl und Palästina. Die Schweiz ist übrigens erst seit 2002 Mitglied der Vereinten Nationen.
Der Global Peace Index vergleicht 163 Staaten und Gebiete, in denen 99,7 Prozent der Weltbevölkerung leben. Einige sehr kleine Staaten fehlen darin, darunter mehrere, die ohne eigene Armee auskommen. Die Seite über Länder ohne Armee nennt sie einzeln.
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