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Weltkarte des Friedens

Global Peace Index

Der Global Peace Index ordnet jedes Jahr 163 Staaten nach ihrer Friedlichkeit. Wer die Rangliste lesen will, sollte wissen, wie sie gerechnet wird

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Global Peace Index vergleicht jedes Jahr 163 Staaten und Gebiete, in denen 99,7 Prozent der Weltbevölkerung leben.
  • Er bündelt 23 Messgrößen in drei Bereichen: laufende Konflikte, Sicherheit im Inneren und Militarisierung.
  • Jedes Land erhält einen Wert zwischen 1 und 5. Ein niedriger Wert bedeutet mehr Frieden.
  • Herausgeber ist das Institute for Economics and Peace in Sydney. Die Ausgabe 2026 ist die zwanzigste.

In Zahlen

23

Indikatoren

jeder auf eine Skala von 1 bis 5 gebracht

3

Bereiche

Sicherheit, laufende Konflikte, Militarisierung

60:40

Gewichtung

innerer Frieden zählt stärker als äußerer

Die drei Bereiche des IndexQuelle: Global Peace Index 2026, IEP, Anhang C. Ein niedriger Wert bedeutet mehr Frieden.

Laufende Konflikte

Messgrößen
6
Fragt nach
Zahl, Dauer und Heftigkeit von Konflikten und ihren Toten
Bester Wert 2026
1,101: Island, Mauritius, Uruguay
Island
1,101
Deutschland
1,267

Sicherheit im Inneren

Messgrößen
11
Fragt nach
Kriminalität, Demonstrationen, Terrorismus und politischer Stabilität
Bester Wert 2026
1,243: Norwegen
Island
1,288
Deutschland
1,739

Militarisierung

Messgrößen
6
Fragt nach
Militärausgaben, Waffenhandel, Truppenstärke und Friedensmissionen
Bester Wert 2026
1,027: Island
Island
1,027
Deutschland
2,083
So fließen die beiden Teile in den Gesamtwert einQuelle: Global Peace Index 2026, IEP. Der Frieden im Inneren zählt stärker als der Frieden nach außen.
  • Frieden im Inneren, 14 Messgrößen60%
  • Frieden nach außen, 9 Messgrößen40%
Herausgeber
Institute for Economics and Peace, Sydney
Erste Ausgabe
2008, Indikatoren 2007 von einem Expertengremium gewählt
Umfang
163 Staaten und Gebiete, 99,7 Prozent der Weltbevölkerung
Skala
1 bis 5, ein niedriger Wert bedeutet mehr Frieden

Was misst der Global Peace Index?

Der Global Peace Index vergleicht jedes Jahr, wie friedlich Staaten sind. Die Ausgabe 2026 ist die zwanzigste und umfasst 163 Staaten und Gebiete, in denen 99,7 Prozent der Weltbevölkerung leben. Jedes Land bekommt einen Wert zwischen 1 und 5, wobei ein niedriger Wert mehr Frieden bedeutet.

Gemessen wird dabei, was die Friedensforschung negativen Frieden nennt: die Abwesenheit von Gewalt oder der Angst vor Gewalt. Der Index fragt also, wie viel Gewalt es in einem Land gibt, ob es in Konflikte verwickelt ist und wie stark es aufgerüstet hat. Wie gerecht eine Gesellschaft ist oder wie gut ihre Institutionen arbeiten, misst er nicht.

Die Unterscheidung geht auf den norwegischen Friedensforscher Johan Galtung zurück, der 1969 zwischen der bloßen Abwesenheit von Gewalt und einem Frieden unterschied, der auch Ungerechtigkeit überwindet. Für diesen weiteren Begriff hat das Institut ein eigenes Messinstrument, den Positive Peace Index.

Wer steht hinter dem Index?

Herausgeber ist das Institute for Economics and Peace, eine internationale Denkfabrik mit Sitz in Sydney und Büros unter anderem in New York, Den Haag und Nairobi. Gegründet hat es der australische Technologieunternehmer und Philanthrop Steve Killelea, der auch den Index ins Leben gerufen hat.

Die Auswahl der Messgrößen und ihre Gewichtung hat 2007 ein internationales Gremium unabhängiger Fachleute festgelegt. Dieses Gremium begleitet jede Ausgabe. Den Vorsitz hat derzeit Kevin P. Clements, Professor für Friedens- und Konfliktforschung an der University of Otago in Neuseeland.

Die Daten selbst stammen aus vielen Quellen, darunter das Uppsala Conflict Data Program, das Internationale Institut für Strategische Studien, die Vereinten Nationen und Umfragen von Gallup. Qualitative Einschätzungen, etwa zur politischen Instabilität, liefern Fachleute der Economist Intelligence Unit.

Aus welchen Bereichen setzt sich der Wert zusammen?

Der Index fasst 23 Messgrößen in drei Bereichen zusammen. Der erste Bereich heißt laufende Konflikte und umfasst sechs Messgrößen: wie viele innere und äußere Konflikte ein Land austrägt, wie lange und wie heftig, und wie viele Menschen dabei sterben.

Der zweite und größte Bereich beschreibt Sicherheit im Inneren mit elf Messgrößen. Dazu gehören Tötungsdelikte, Gewaltkriminalität, gewaltsame Demonstrationen, Terrorismus, politische Instabilität, die Zahl der Geflüchteten und die Beziehungen zu den Nachbarstaaten. Die Annahme dahinter: Ein Land mit wenig Kriminalität und stabiler Politik ist friedlicher.

Der dritte Bereich heißt Militarisierung und hat sechs Messgrößen. Er erfasst die Militärausgaben im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung, die Zahl der Soldatinnen und Soldaten je Einwohner, Waffenimporte und Waffenexporte, schwere Waffen und Atomwaffen sowie die Beiträge zu Friedensmissionen der Vereinten Nationen.

Wie wird aus 23 Zahlen ein Wert?

Zuerst wird jede Messgröße auf eine Skala von 1 bis 5 gebracht. Zahlen wie die Tötungsrate werden dafür umgerechnet, Einschätzungen wie die politische Instabilität in fünf Stufen eingeteilt. So lassen sich sehr unterschiedliche Angaben miteinander verrechnen.

Dann bekommt jede Messgröße ein Gewicht zwischen 1 und 5. Am schwersten wiegen die Intensität innerer Konflikte, die Toten durch Konflikte und die Beziehungen zu den Nachbarstaaten, am leichtesten etwa Waffenimporte und Militärausgaben. Aus den gewichteten Werten entstehen zwei Teilwerte: einer für den Frieden im Inneren, einer für den Frieden nach außen.

Im Gesamtwert zählt der innere Frieden 60 Prozent, der äußere 40 Prozent. Das Gremium hat sich darauf geeinigt, weil ein hohes Maß an innerem Frieden nach seiner Einschätzung mit weniger Konflikten nach außen einhergeht. Die Gewichte werden vor jeder Ausgabe überprüft.

Wie schneidet Deutschland ab?

Deutschland steht in der Ausgabe 2026 auf Platz 28 mit einem Wert von 1,657 und hat damit fünf Plätze verloren. Der Wert hat sich um 4,1 Prozent verschlechtert, vor allem im Bereich Sicherheit im Inneren, wo politischer Terror, gewaltsame Demonstrationen und Gewaltkriminalität schlechter bewertet wurden.

Im Bereich Militarisierung hat sich der Wert um vier Prozent verschlechtert, die Messgröße Waffenimporte allein um 21,4 Prozent. Zudem liegen die deutschen Militärausgaben inzwischen über zwei Prozent der Wirtschaftsleistung. An diesem Beispiel zeigt sich, wie der Index arbeitet: Er bewertet nicht, ob Ausgaben sinnvoll sind, sondern zählt sie als Teil der Militarisierung.

Für eine Einordnung lohnt der Blick auf die Nachbarn: Die Schweiz steht auf Platz 3, Österreich auf Platz 6, Tschechien auf Platz 13 und die Niederlande auf Platz 17. Die vollständige Rangliste mit den ersten 28 Plätzen findest du auf der Seite über die sichersten Länder der Welt.

Wo liegen die Grenzen des Index?

Jeder zusammengesetzte Index hängt an Entscheidungen, die man auch anders treffen könnte, vor allem an der Gewichtung. Das Institut hat das selbst geprüft: Rechnet man den Index mit sehr vielen anderen Gewichtungen durch, bleiben rund 70 Prozent der Vergleiche zwischen zwei Ländern gleich. Die Reihenfolge ist also recht stabil, aber nicht unabhängig von der Methode.

Hinzu kommt die Datenlage. Für manche Länder liegen gute Statistiken vor, für andere nur Schätzungen, und ein Teil der Messgrößen beruht auf Einschätzungen von Fachleuten. Kleine Unterschiede im Wert können außerdem große Sprünge in der Rangliste auslösen, wenn viele Länder dicht beieinanderliegen.

Die wichtigste Grenze ist inhaltlich: Der Index misst negativen Frieden. Ob Menschen in einem Land frei ihre Meinung sagen können, ob Ressourcen gerecht verteilt sind oder ob Institutionen Vertrauen genießen, beschreibt er nicht. Dafür verweist das Institut auf den Positive Peace Index, der nach acht Säulen fragt, darunter eine funktionierende Regierung, der freie Fluss von Informationen und gute Beziehungen zu den Nachbarn.

Global Peace Index 2026, Anhang zu den Indikatoren, übersetzt

Der Global Peace Index besteht aus 23 Indikatoren für die Abwesenheit von Gewalt oder der Angst vor Gewalt.
Alle Länderseiten

Die 23 Indikatoren und ihr Gewicht

Die 23 Indikatoren und ihr Gewicht
IndikatorTeilGewicht (1 bis 5)
Intensität innerer Konflikteinnerer Frieden5
Tote durch innere Konflikteinnerer Frieden5
Tötungsdelikte je 100.000 Menscheninnerer Frieden4
Gewaltkriminalitätinnerer Frieden4
Politische Instabilitätinnerer Frieden4
Politischer Terrorinnerer Frieden4
Wahrgenommene Kriminalitätinnerer Frieden3
Sicherheitskräfte und Polizei je Kopfinnerer Frieden3
Inhaftierungsrateinnerer Frieden3
Zugang zu Kleinwaffeninnerer Frieden3
Gewaltsame Demonstrationeninnerer Frieden3
Innere Konflikteinnerer Frieden2,56
Waffenimporteinnerer Frieden2
Folgen von Terrorismusinnerer Frieden2
Beziehungen zu Nachbarstaatenäußerer Frieden5
Tote durch äußere Konflikteäußerer Frieden5
Geflüchtete und Binnenvertriebeneäußerer Frieden4
Atomwaffen und schwere Waffenäußerer Frieden3
Waffenexporteäußerer Frieden3
Äußere Konflikteäußerer Frieden2,28
Militärausgaben in Prozent der Wirtschaftsleistungäußerer Frieden2
Angehörige der Streitkräfte je Kopfäußerer Frieden2
Beiträge zu UN-Friedensmissionenäußerer Frieden2

Quelle: Global Peace Index 2026, Tabelle A.1. Die Gewichte gelten innerhalb des jeweiligen Teils; der innere Frieden geht mit 60 Prozent, der äußere mit 40 Prozent in den Gesamtwert ein.

Weitere Fragen zum Global Peace Index

Wann erscheint der Global Peace Index?

Der Global Peace Index erscheint einmal im Jahr, jeweils im Juni. Die erste Ausgabe kam 2008 heraus, die Ausgabe 2026 ist die zwanzigste. Der Bericht vergleicht die Werte jeweils mit dem Vorjahr und mit 2008, sodass sich die Entwicklung eines Landes über viele Jahre verfolgen lässt.

Neben dem Bericht als PDF veröffentlicht das Institut auf seiner Seite Vision of Humanity eine interaktive Weltkarte mit den Werten der Länder. Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus dem Bericht selbst, der die Methode, die Gewichte und die Teilwerte der Länder dokumentiert.

Was ist neu im Global Peace Index 2026 gegenüber 2025?

Im Vergleich zur Ausgabe 2025 haben sich 99 Staaten verschlechtert und 62 verbessert. Von den 23 Messgrößen wurden 14 schlechter, acht besser, und eine blieb unverändert. An der Spitze bleibt Island, Neuseeland ist auf Platz 2 vorgerückt.

Die größte Verbesserung erreichte Polen, das um 23 Plätze auf Rang 22 stieg. Bei den Messgrößen verbesserte sich die Finanzierung von UN-Friedensmissionen am stärksten, und die Zahl der Todesopfer durch Terrorismus sank auf den niedrigsten Stand seit 2008. Am stärksten verschlechterte sich die Zahl der Toten durch innere Konflikte.

Welchen Zeitraum bildet die Ausgabe 2026 ab?

Die meisten Messgrößen der Ausgabe 2026 enden im Dezember 2025. Der Bericht erscheint also gut ein halbes Jahr nach dem Zeitraum, den er beschreibt. Ereignisse aus dem Jahr 2026 sind deshalb nur teilweise enthalten, worauf der Bericht selbst hinweist.

Für dich heißt das: Die Rangliste zeigt den Stand eines abgeschlossenen Jahres, keine aktuelle Lage. Wer wissen will, was gerade in einem Land geschieht, braucht aktuelle Quellen, etwa die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts. Der Index ist dafür gedacht, längere Entwicklungen sichtbar zu machen.

Welche Messgrößen haben sich am stärksten verändert?

Seit der ersten Ausgabe 2008 haben sich drei Messgrößen besonders verschlechtert: gewaltsame Demonstrationen um 68,3 Prozent, äußere Konflikte um 63,5 Prozent und innere Konflikte um 44,7 Prozent. Insgesamt sind 17 der 23 Messgrößen schlechter geworden und sechs besser.

Nach Bereichen betrachtet hat sich der Bereich laufende Konflikte seit 2008 um 18,5 Prozent verschlechtert und der Bereich Sicherheit im Inneren um 3,2 Prozent. Die Militarisierung hat sich im Durchschnitt um 1,3 Prozent verbessert. Dieser Trend hat sich aber seit 2022 deutlich umgekehrt, vor allem in West- und Mitteleuropa.

Welche Länder lagen im Global Peace Index 2025 vorn?

Auch in der Ausgabe 2025 stand Island auf Platz 1. Dahinter lagen die Schweiz, Neuseeland, Irland, Österreich und Slowenien. Das ergibt sich aus den Veränderungen gegenüber dem Vorjahr, die der Bericht 2026 für jedes Land ausweist. Deutschland stand 2025 auf Platz 23 und ist seitdem um fünf Plätze zurückgefallen.

Der Vergleich zeigt, wie eng die vorderen Plätze beieinanderliegen. Zwischen 2025 und 2026 haben die Schweiz und Neuseeland die Plätze getauscht, Slowenien ist von Platz 6 auf Platz 4 gestiegen. Größere Sprünge gibt es weiter hinten: Polen lag 2025 noch auf Platz 45 und steht 2026 auf Platz 22.

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