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Friedenssymbole

Friedenssymbole und ihre Bedeutung

Sechs Zeichen, die überall auf der Welt als Symbol für Frieden verstanden werden, und die Geschichten, aus denen sie stammen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die bekanntesten Zeichen für Frieden sind die Taube, der Ölzweig, das Zeichen im Kreis, die Regenbogenfahne, die Pfeife und das Bild von den Schwertern, die zu Pflugscharen werden.
  • Taube, Ölzweig und Schwerter-Bild stammen aus der Bibel; das Zeichen im Kreis und die Fahne wurden 1958 und 1961 für Friedensmärsche entworfen.
  • Die Pfeife kommt aus Zeremonien indigener Völker Nordamerikas und wurde in Europa stark vereinfacht.
  • Die meisten dieser Zeichen gehören niemandem, das Zeichen im Kreis ließ sein Urheber bewusst ungeschützt.
Wann die heutigen Fassungen entstandenQuellen: Lutherbibel 2017, Vereinte Nationen, Victoria and Albert Museum, Deutsches Patent- und Markenamt, Fondazione Imago Mundi, MDR
  1. Antike

    Taube und Ölblatt

    In der Erzählung von der Sintflut kehrt eine Taube mit einem frischen Ölblatt zur Arche zurück.

  2. 1946

    Olivenzweige der UN

    Die Vereinten Nationen beschließen ihr Emblem: die Weltkarte in einem Kranz aus Olivenzweigen.

  3. 1949

    Picassos Taube

    Eine Lithografie von Pablo Picasso wird zum Plakat des Weltfriedenskongresses in Paris.

  4. 1958

    Zeichen im Kreis

    Gerald Holtom entwirft das Zeichen für einen Marsch gegen Atomwaffen.

  5. 1961

    Regenbogenfahne

    Aldo Capitini lässt für den Marsch von Perugia nach Assisi eine Fahne aus sieben Streifen nähen.

  6. 1980

    Schwerter zu Pflugscharen

    Jugendpfarrer Harald Bretschneider entwirft das Symbol für die kirchliche Friedensarbeit in der DDR.

Woher die sechs Zeichen dieser Reihe stammenBibel: Taube, Ölzweig, Schwerter zu Pflugscharen. Friedensmärsche: Zeichen im Kreis, Regenbogenfahne. Zeremonien: Pfeife
  • aus der Bibel3
  • für Friedensmärsche entworfen2
  • aus Zeremonien indigener Völker1

Die Symbole im Vergleich

SymbolHerkunftBelegt seitSteht heute für
Peace-ZeichenGroßbritannien, Kampagne für nukleare Abrüstung (CND)21. Februar 1958Frieden, Abrüstung, Protest gegen Krieg
FriedenstaubeBibel, Erzählung von Noah und der SintflutAntike, als politisches Zeichen seit 1949Frieden, Versöhnung, Hoffnung
OlivenzweigMittelmeerraum, BibelAntikeFrieden, Versöhnung, ausgestreckte Hand
FriedensfahneItalien, Friedensmarsch von Perugia nach Assisi24. September 1961Frieden, Gewaltfreiheit
FriedenspfeifeIndigene Völker Nordamerikaslange vor der Ankunft der EuropäerBündnis, Gebet, Gemeinschaft
Schwerter zu PflugscharenBibel, Bücher Jesaja und MichaAltes Testament, als Aufnäher seit 1980Abrüstung, Frieden ohne Waffen

Manche dieser Zeichen sind Tausende Jahre alt, andere wurden an einem bestimmten Tag von einem bestimmten Menschen entworfen. Die Taube und der Ölzweig kommen aus der Erzählung von der Sintflut, das Peace-Zeichen aus einem Protestmarsch gegen Atomwaffen 1958, die Regenbogenfahne aus einem Friedensmarsch in Italien 1961, die Pfeife aus den Zeremonien indigener Völker Nordamerikas, das Bild von den Schwertern, die zu Pflugscharen werden, aus dem Buch Jesaja und der Friedensbewegung der DDR. Jeder Eintrag folgt denselben Fragen: was das Zeichen zeigt, woher es kommt, wie es sich verbreitet hat und was man darüber wissen sollte, bevor man es benutzt. Alle Grafiken auf diesen Seiten sind eigene Zeichnungen.

Welche Zeichen stehen außerdem für Frieden?

Neben den sechs Zeichen dieser Reihe gibt es weitere, die oft genannt werden. Eines davon hat sogar eine rechtliche Bedeutung: die weiße Fahne. Die Haager Landkriegsordnung von 1907 beschreibt in Artikel 32 den Parlamentär: eine Person, die eine Kriegspartei beauftragt, mit der anderen Seite zu verhandeln, und die mit einer weißen Fahne vorangeht. Sie ist unverletzlich, ebenso wie ihre Begleiter. Die weiße Fahne steht also nicht für Frieden an sich, sondern für den Wunsch, miteinander zu sprechen.

Ein zweites Zeichen ist die Geste mit zwei gespreizten Fingern. Sie geht auf einen Radioaufruf des Belgiers Victor de Laveleye im Januar 1941 zurück und stand zuerst für Sieg und Freiheit, später auch für Frieden. Und schon 1912 entwarf der amerikanische Pfarrer James Van Kirk eine Weltfriedensflagge aus sieben Farben mit der Erde in der Mitte, die nach Angaben der italienischen Zeitschrift Sapereambiente 1913 auf einer Friedenskonferenz in Den Haag angenommen wurde.

Gewachsene Bilder und entworfene Zeichen

Die Zeichen dieser Reihe lassen sich in zwei Gruppen teilen. Die einen sind über Jahrhunderte gewachsen: Die Taube und das Ölblatt stammen aus der Erzählung von der Sintflut, das Bild von den Schwertern und Pflugscharen aus den Büchern Jesaja und Micha, die Pfeife aus dem religiösen Leben indigener Völker. Niemand hat sie erfunden, und ihre Bedeutung hat sich mit jeder Generation verschoben.

Die anderen wurden an einem bestimmten Tag für einen bestimmten Zweck gestaltet. Gerald Holtom zeichnete das Zeichen im Kreis im Februar 1958 für einen Marsch gegen Atomwaffen, Aldo Capitini ließ die Regenbogenfahne für den Marsch von Perugia nach Assisi im September 1961 nähen, und ein Team um Oliver Lincoln Lundquist entwarf 1945 das Emblem der Vereinten Nationen mit seinen Ölzweigen.

Oft verbinden sich beide Gruppen. Picasso nahm 1949 die alte Taube und machte daraus das Plakat eines Kongresses, und die Friedensbewegung der DDR setzte 1980 einen Satz aus der Bibel auf einen Aufnäher. Gerade diese Verbindung aus altem Bild und neuem Anlass macht viele Zeichen so langlebig.

Was die Bibel zu diesen Zeichen beiträgt

Gleich mehrere. Die Taube mit dem frischen Ölblatt steht im achten Kapitel des ersten Buchs Mose, der Regenbogen als Zeichen des Bundes im neunten. Das Bild von den Schwertern, die zu Pflugscharen werden, findet sich bei den Propheten Jesaja und Micha, und bei der Taufe Jesu im Matthäusevangelium kommt der Geist Gottes wie eine Taube herab.

Diese Herkunft erklärt, warum die Zeichen in Kirchen so verbreitet sind. Sie erklärt aber nicht, wer sie heute verwendet: Die Taube etwa wurde gerade im kirchenfernen Staat der DDR zu einem der häufigsten politischen Symbole.

Die Wurzel liegt in der Erzählung von der Sintflut. Nach der Flut setzt Gott den Bogen in die Wolken als Zeichen seines Bundes mit der Erde, damit keine Sintflut mehr komme. Die Evangelische Kirche im Rheinland erklärt ihn in ihrem Material zur Friedensbildung als Versprechen, Frieden mit den Menschen zu halten, verbunden mit dem Auftrag, dass auch die Menschen untereinander in Frieden leben.

Heute begegnet der Regenbogen vor allem in den Farben der Friedensfahne. Ob ihr Gestalter Aldo Capitini an die Sintflut dachte, ist nicht belegt.

Häufige Fragen

Welches Symbol steht für Frieden?

Es gibt nicht das eine Symbol. Weltweit am bekanntesten sind die weiße Taube und das Zeichen im Kreis mit den drei Strichen. Das Deutsche Patent- und Markenamt zählt dieses Zeichen zu den wenigen Symbolen, die auf der ganzen Welt bekannt sind und überall verstanden werden.

Welches Zeichen jemand wählt, hängt vom Anlass und von der Tradition ab, aus der er kommt. Taube und Ölzweig stammen aus der Bibel, das Zeichen im Kreis und die Regenbogenfahne aus Friedensmärschen, die Ölzweige der Vereinten Nationen aus dem Emblem einer Organisation. Auf dieser Seite findest du alle sechs Zeichen der Reihe mit ihrer Herkunft.

Welche Zeichen sind typisch für die Friedensbewegung?

Das Zeichen im Kreis gehört seit 1958 zur britischen Kampagne für nukleare Abrüstung, die mit ihrem Marsch nach Aldermaston nach Angaben des Patent- und Markenamts die Tradition der Ostermärsche begründete. Die Regenbogenfahne mit dem Wort PACE stammt aus der italienischen Bewegung für Gewaltfreiheit.

Picassos Taube war 1949 das Plakat des Weltfriedenskongresses in Paris. In der DDR trug die unabhängige Friedensbewegung ab 1980 den Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“. Jede Bewegung hat also ihr Zeichen, und viele davon wurden später von anderen übernommen.

Wie ist das Zeichen im Kreis richtig ausgerichtet?

Der senkrechte Strich läuft durch die Mitte des Kreises, die beiden schrägen Striche zweigen von der Mitte nach unten ab. So hat Gerald Holtom es 1958 gezeichnet, und so passt es zu seiner Erklärung: Die nach unten zeigenden Arme bilden den Buchstaben N im Winkeralphabet.

Eine Fassung mit den Strichen nach oben ist keine Variante von Holtom. Die Behauptung, sie sei eine „Todesrune“, stammt nach dem Patent- und Markenamt aus der NS-Zeit und hat mit dem Entwurf nichts zu tun.

Welche Zeichen für Frieden gibt es als Emoji?

Der internationale Zeichensatz Unicode führt mehrere davon unter eigenem Namen: das Zeichen im Kreis als U+262E PEACE SYMBOL, die Taube als U+1F54A DOVE OF PEACE, die Geste mit zwei Fingern als U+270C VICTORY HAND und die weiße Fahne als U+1F3F3 WAVING WHITE FLAG.

Wie diese Zeichen aussehen, hängt von der Schrift und dem Gerät ab, auf dem sie angezeigt werden. Gemeint ist überall dasselbe Zeichen, auch wenn die Taube auf einem Telefon anders gezeichnet ist als auf einem anderen.

Darf man diese Zeichen frei verwenden?

Für das Zeichen im Kreis ja. Gerald Holtom verzichtete bewusst darauf, es schützen zu lassen, und die britische Kampagne für nukleare Abrüstung schreibt, niemand müsse zahlen oder um Erlaubnis fragen. Taube, Ölzweig und Regenbogenfahne sind alte Bildmotive ohne Eigentümer.

Anders ist es beim Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“ in seiner Gestalt aus der DDR. Nach Angaben der Ökumenischen Friedensdekade beauftragte sie 2006 die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden, dieses Motiv zu schützen, damit es vor allem in der Friedensarbeit verwendet wird. Bei der Pfeife geht es weniger um Rechte als um Respekt vor einem heiligen Gegenstand.

Was macht ein Bild zu einem Zeichen für Frieden?

Ein Bild wird zum Zeichen, wenn viele Menschen es lange genug in derselben Bedeutung verwenden. Die Taube war zuerst Teil einer Erzählung, das Zeichen im Kreis zuerst das Logo einer Kampagne. Erst durch Wiederholung auf Plakaten, Fahnen und Ansteckern wurden sie zu Zeichen, die ohne Erklärung verstanden werden.

Deshalb kann sich die Bedeutung auch verschieben. Dasselbe Zeichen kann in einem Land für eine bestimmte Bewegung stehen und in einem anderen für Frieden überhaupt, und es kann von Gruppen verwendet werden, die seine Urheber nicht gemeint haben.

Vom Zeichen zur eigenen Mission

Ein Symbol sagt, wofür jemand steht. Was daraus wird, entscheidet sich dort, wo Menschen gemeinsam etwas anfangen: in einer Nachbarschaft, einer Schule, einem Verein. Auf W3ltfrieden findest du Missionen, in denen genau das passiert.

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