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Frieden

Weltfriedenstag

Es gibt mehr als einen Tag des Friedens. Die Vereinten Nationen, die katholische Kirche und die Gewerkschaften erinnern an verschiedenen Tagen daran, wofür Frieden steht

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Internationale Tag des Friedens der Vereinten Nationen ist jedes Jahr am 21. September und wird in Deutschland oft Weltfriedenstag genannt.
  • Die Generalversammlung rief ihn 1981 aus. Seit 2002 liegt er fest auf dem 21. September und gilt als Tag der weltweiten Waffenruhe und Gewaltlosigkeit.
  • Die katholische Kirche begeht ihren Weltfriedenstag seit 1968 am 1. Januar, jedes Jahr mit einer Botschaft des Papstes.
  • Am 1. September erinnern die Gewerkschaften in Deutschland seit 1957 mit dem Antikriegstag an den Beginn des Zweiten Weltkriegs. In der DDR hieß dieser Tag Weltfriedenstag.

In Zahlen

21.9.

Internationaler Tag des Friedens

der Vereinten Nationen, seit 2002 fester Termin

1.1.

Weltfriedenstag

der katholischen Kirche, seit 1968

1.9.

Antikriegstag

in Deutschland, seit 1957

Drei Gedenktage im VergleichQuelle: Vereinte Nationen, Vatikan, DGB

21. September

Name
Internationaler Tag des Friedens
Ausgerufen oder getragen von
Generalversammlung der Vereinten Nationen
Seit
1981, fester Termin seit 2002
Anlass
Tag der weltweiten Waffenruhe und Gewaltlosigkeit
Form
Jahresmotto, Läuten der Friedensglocke in New York
Reichweite
weltweit

1. Januar

Name
Weltfriedenstag der katholischen Kirche
Ausgerufen oder getragen von
Papst Paul VI.
Seit
1968
Anlass
Hoffnung auf Frieden zu Beginn des Jahres
Form
Botschaft des Papstes mit eigenem Thema
Reichweite
katholische Gemeinden weltweit

1. September

Name
Antikriegstag
Ausgerufen oder getragen von
getragen vom Deutschen Gewerkschaftsbund
Seit
1957
Anlass
Überfall auf Polen am 1. September 1939
Form
Veranstaltungen der Gewerkschaften
Reichweite
Deutschland
Ausgerufen
UN-Resolution 36/67 vom 30. November 1981
Fester Termin
UN-Resolution 55/282 von 2001
Motto 2026
Invest in Peace, For Everyone, Everywhere, Every Day
Bedeutung
Tag der weltweiten Waffenruhe und Gewaltlosigkeit

Wann ist Weltfriedenstag?

Den Internationalen Tag des Friedens der Vereinten Nationen gibt es jedes Jahr am 21. September. In Deutschland wird er oft Weltfriedenstag genannt. Daneben begeht die katholische Kirche am 1. Januar ihren Weltfriedenstag, und in Deutschland erinnern die Gewerkschaften am 1. September mit dem Antikriegstag an den Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Welcher Tag gemeint ist, hängt also davon ab, wer fragt. Im internationalen Sprachgebrauch ist es der 21. September, im kirchlichen der 1. Januar.

Alle drei Tage haben eine eigene Geschichte. Sie werden unten einzeln erklärt.

Wie entstand der Internationale Tag des Friedens?

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den Tag am 30. November 1981 mit ihrer Resolution 36/67 ausgerufen. Zunächst lag er auf dem dritten Dienstag im September, dem Eröffnungstag ihrer jährlichen Sitzung.

Zwanzig Jahre später, 2001, beschloss die Generalversammlung mit der Resolution 55/282 einstimmig ein festes Datum: Ab ihrer 57. Sitzung, also ab 2002, wird der Tag jedes Jahr am 21. September begangen.

Mit derselben Resolution erhielt der Tag eine besondere Bedeutung. Er soll ein Tag der weltweiten Waffenruhe und Gewaltlosigkeit sein, eine Einladung an alle Staaten und Menschen, für die Dauer des Tages die Feindseligkeiten einzustellen.

Welches Motto hat der Tag 2026?

Das Motto der Vereinten Nationen für den Internationalen Tag des Friedens 2026 lautet Invest in Peace, For Everyone, Everywhere, Every Day, auf Deutsch etwa: In Frieden investieren, für alle, überall, jeden Tag.

Die Vereinten Nationen laden damit alle ein, ihren eigenen Beitrag zum Frieden zu leisten. Jedes Jahr wählen sie ein neues Motto, das einen Schwerpunkt setzt.

Wie der Tag begangen wird, entscheiden Staaten, Städte, Schulen und Initiativen selbst. Die Vereinten Nationen geben mit dem Motto nur die Richtung vor.

Was ist der katholische Weltfriedenstag?

Papst Paul VI. rief in einer Botschaft vom 8. Dezember 1967 alle Menschen guten Willens auf, am 1. Januar 1968 weltweit einen Tag des Friedens zu begehen, und regte an, ihn jedes Jahr am ersten Tag des Jahres zu wiederholen.

Seitdem veröffentlicht der Papst zu jedem 1. Januar eine Botschaft zum Weltfriedenstag mit einem eigenen Thema. Der Tag wird in katholischen Gemeinden weltweit begangen.

Der kirchliche Weltfriedenstag und der Internationale Tag des Friedens der Vereinten Nationen sind also zwei verschiedene Tage, die unabhängig voneinander entstanden sind.

Was ist der Antikriegstag?

In Deutschland wird seit 1957 jedes Jahr am 1. September an die Schrecken des Ersten und Zweiten Weltkriegs erinnert. Getragen wird der Antikriegstag vor allem vom Deutschen Gewerkschaftsbund.

Das Datum erinnert daran, dass am 1. September 1939 mit dem Überfall des nationalsozialistischen Deutschlands auf Polen der Zweite Weltkrieg begann.

Der Antikriegstag ist damit ein deutscher Gedenktag mit einem klaren historischen Bezug, anders als der Internationale Tag des Friedens, der weltweit begangen wird.

Wie kannst du den Weltfriedenstag begehen?

Viele Städte, Schulen und Gemeinden laden am 21. September zu Veranstaltungen ein: Friedensgebete, Lesungen, Konzerte, Begegnungen. Ein Blick in den Veranstaltungskalender deiner Stadt oder Gemeinde lohnt sich.

Du kannst den Tag auch im Kleinen nutzen: ein Gespräch suchen, das du lange aufgeschoben hast, dich mit Menschen treffen, mit denen du wenig zu tun hast, oder dich über eine Friedensorganisation informieren.

Auf W3ltfrieden kannst du eine Friedensmission finden oder selbst starten. Der Tag des Friedens ist ein guter Anlass, aber der Gedanke dahinter gilt an jedem Tag.

Wie wurde der 1. September in der DDR begangen?

In der DDR war der 1. September ein staatlicher Gedenktag und hieß dort Weltfriedenstag. Zusammen mit dem 8. Mai, dem Tag der Befreiung, und dem Gedenken an den Novemberpogrom gehörte er zu den ritualisierten Gedenktagen des Landes.

Laut der Bundeszentrale für politische Bildung stand dabei nicht die Erinnerung im Vordergrund, sondern die politische Botschaft: die Aufforderung, sich aktiv am Antifaschismus und am Aufbau des „besseren Deutschlands“ zu beteiligen. Ein Schwerpunkt lag dabei in der Bildung: Die antifaschistische Erziehung war in den Lehrplänen aller Schulformen fest verankert. Der Tag war also Teil der staatlichen Erinnerungspolitik.

Die unabhängige Friedensbewegung der DDR nutzte das Datum für eigene Zeichen. Zum 1. September 1983 bildeten mehr als 100 Menschen im Zentrum von Ost-Berlin eine nicht genehmigte Menschenkette zwischen der sowjetischen und der amerikanischen Botschaft.

Auch im Herbst 1989 war der Tag ein Anlass. Am 1. September 1989 gingen zum Beispiel in den kleinen Städten Neuruppin und Forst Menschen auf die Straße. In Forst forderte eine Handvoll junger Leute mit Transparenten einen zivilen Wehrersatzdienst. Wenige Wochen später begannen die großen Demonstrationen der Friedlichen Revolution.

Warum läutet in New York eine Glocke für den Frieden?

Im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York steht die Japanische Friedensglocke. Sie wurde 1952 gegossen und am 8. Juni 1954 von der Gesellschaft für die Vereinten Nationen in Japan geschenkt.

Das Metall stammt aus Münzen, die Delegierte aus 60 Ländern 1951 auf einer Konferenz der Gesellschaften für die Vereinten Nationen in Paris gespendet hatten. Auf der Seite der Glocke stehen acht japanische Schriftzeichen, sinngemäß: Es lebe der vollkommene Frieden auf der Welt. Die Glocke hängt in einem Holzbau, der einem traditionellen Schrein nachempfunden ist.

Traditionell wird sie zweimal im Jahr geläutet: am Frühlingsanfang und am 21. September. Am Internationalen Tag des Friedens schlägt der Generalsekretär der Vereinten Nationen die Glocke im Beisein von Vertretern der Mitgliedstaaten an.

Die Glocke ist damit älter als der Gedenktag selbst. Sie kam 1954 nach New York, der Internationale Tag des Friedens wurde erst 1981 ausgerufen. Heute verbindet das Läuten beide Geschichten: ein Geschenk aus Münzen vieler Länder und einen Tag, an dem die Vereinten Nationen weltweit zur Waffenruhe aufrufen.

Generalversammlung der Vereinten Nationen, Resolution 55/282, übersetzt

Ein Tag der weltweiten Waffenruhe und Gewaltlosigkeit.
Was ist Frieden?

Drei Tage des Friedens

  1. 1. JanuarWeltfriedenstag der katholischen Kirche, seit 1968, mit einer Botschaft des Papstes.
  2. 1. SeptemberAntikriegstag in Deutschland, seit 1957, in Erinnerung an den Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939.
  3. 21. SeptemberInternationaler Tag des Friedens der Vereinten Nationen, ausgerufen 1981, fester Termin seit 2002.

Häufige Fragen kurz beantwortet

Was wird am 21. September gefeiert?

Am 21. September begehen die Vereinten Nationen den Internationalen Tag des Friedens. Er soll Menschen weltweit an ihren eigenen Beitrag zum Frieden erinnern und ist zugleich ein Aufruf, für die Dauer des Tages alle Kampfhandlungen ruhen zu lassen.

Zum Tag 2026 rief UN-Generalsekretär António Guterres dazu auf, von den führenden Politikern der Welt Investitionen in eine friedliche Zukunft für alle Menschen zu fordern. Das Motto des Jahres lud alle ein, im eigenen Umfeld etwas für den Frieden zu tun.

Wird auch am 1. September an den Frieden erinnert?

Ja, unter anderem Namen. In der Bundesrepublik heißt der 1. September seit 1957 Antikriegstag, in der DDR hieß er offiziell Weltfriedenstag. Daher wird das Wort bis heute auch für den 1. September verwendet.

Gemeint ist in beiden Fällen die Erinnerung an den Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939. Der internationale Termin der Vereinten Nationen ist dagegen der 21. September, der kirchliche der 1. Januar.

Ist der Tag ein gesetzlicher Feiertag?

Nein. Weder der 21. September noch der Antikriegstag am 1. September ist in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag, Schulen und Betriebe haben an diesen Tagen normal geöffnet. Der 1. Januar ist zwar arbeitsfrei, aber als Neujahrstag und nicht wegen des kirchlichen Weltfriedenstags.

Die Vereinten Nationen laden mit ihrer Resolution alle Staaten und Menschen ein, den Tag zu begehen und die Waffen ruhen zu lassen. Wie das geschieht, bleibt ihnen überlassen.

Welches Thema hatte die Papstbotschaft 2026?

Papst Leo XIV. stellte seine Botschaft zum 59. Weltfriedenstag am 1. Januar 2026 unter den Titel „Der Friede sei mit euch allen: hin zu einem unbewaffneten und entwaffnenden Frieden“. Unterzeichnet ist sie im Vatikan mit dem Datum 8. Dezember 2025.

Seit Paul VI. veröffentlicht jeder Papst zu jedem 1. Januar eine solche Botschaft. Die Botschaft von Leo XIV. ist auf der Website des Vatikans in mehreren Sprachen nachzulesen, auch auf Deutsch.

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